Die Bubikopf-Haarmode bewirkt Absatzeinbruch

Kammfabrik um 1920

Absatzschwierigkeiten nach Kriegsende liessen die Zahl der Beschäftigten vorübergehend drastisch sinken. Auch die Filialen in New York und Buenos Aires mussten aufgegeben werden. Eine neue Krise bahnte sich an, deren Auswirkungen auf die Schmuckkamm-Herstellung verheerend waren. Die Frauen begannen, sich die langen Haare abzuschneiden; die Frisurenmode veränderte sich, der Bubikopf setzte einen neuen Trend. Schauspielerinnen, Starfriseure und Persönlichkeiten wie Coco Chanel machten diesen Kurzhaarstil populär. Dass der „Bubikopf“ auch in der Familie Walter thematisiert wurde, bezeugt ein Ausschnitt aus dem Buch „Der Wolkenbaum“ von Silja Walter. Silja Walter, eine Enkelin von Otto Walter-Obrecht und Schwester des verstorbenen Schriftstellers Otto F. Walter, beschreibt in ihrer autobiografischen Erzählung wie sie sich mit ihrer Schwester Roswith darüber unterhält ob die Mutter ihre Haare abschneiden soll:

„Papa will nicht, dass sie die Haare abschneidet wie die Dame aus Deutschland." (...) "Warum darf sie die Haare nicht abschneiden?" frage ich. "Wegen Grosspapa", sagt Roswith. "Warum wegen Grosspapa?" - "Wegen Grosspapas Kammfabrik." - "Warum wegen der Kammfabrik?" - "Weil sie schlecht läuft.“

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